Allgemein

Bericht :-)

5. Juni 2017

Servus Leute 🙂

sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Mit den Relegationsspielen und dem Lauf davor war ich zu angespannt, um einen vernünftigen Bericht zu schreiben:

Das Wichtigste: Haching ist auf gestiegen und die Laufaktion war der pure Wahnsinn! Nur die Spendensumme könnte um einiges höher sein! 😉

Aber von Anfang an:
Am Sonntag vor dem Start holte ich das Wohnmobil ab (an dieser Stelle ein dickes Danke an Michael und Anja) und belud es mit allem für die Woche (Essen, Trinken, mein Fahrrad für die Begleitung des Fotografen, Kleidung usw.)

Am Montag, als der Wecker klingelte wusste ich: Juhu, es geht los! Ich brachte noch meine große Tochter in den Kindergarten, verabschiedete mich von meiner Frau und meiner kleinen Tochter und fuhr dann los, um meinen Physiotherapeuten und Fotografen abzuholen. Als ich die beiden eingesammelt habe, ging es auf die Autobahn in Richtung Elversberg. Obwohl wir zweimal einen Stau hatten, waren wir nach 5 1/2 Stunden in Elversberg!

Dort angekommen merkte ich, dass mich neben einem Teil meiner Familie auch mehrere Journalisten erwarteten, was mich natürlich sehr gefreut hat. Hier nochmal ein großes Danke an die SV Elversberg für den netten Empfang und die Gastfreundlichkeit. Nach dem obligatorischen Trikottausch mit David Strauß (Vorstand Marketing und Vertrieb) und ein paar Interview begab ich mich ins Wohnmobil, um mich für die erste Etappe fertigzumachen.

Da es bereits 16 Uhr war und wir noch über 50 Kilometer vor uns hatten, war ein bisschen Eile geboten. Wir verabschiedeten uns und begaben uns aus Elversberg raus auf die erste Etappe. Mein Physiotherapeut Raphael lenkte das Wohnmobil immer von Punkt zu Punkt, wo wir uns kurz trafen und eine Pause einlegten. Es ging von Elversberg aus durch kleine, schöne Orte und viiiiiiel Wald. Nach 34 km gab es eine kurze Pause mit Massage, bevor es auf die letzten gut 20 km ging. Da es langsam dunkel wurde gaben wir noch einmal ein bisschen Gas, bevor wir um 22 Uhr das erste Ziel Rodalben (Kreis Südwestpfalz) erreichten. Dort suchten wir vergeblich nach einem Restaurant, also geb es Ravioli aus der Dose – besser als nicht’s 😉 Als ich dann Duschen gehen wollte merkte ich, wie toll eine große und warme Dusche ist. Neben Platzproblemen war nach zwei Minuten das (kalte) Wasser aus, also gab es Wasser aus der Flasche zum abduschen – aber egal: das letzte Ziel des Tages war mein Bett!

Am nächsten Tag gab es bereits um 7 Uhr Frühstück, denn das Tagesziel hatte es in sich: Karlsruhe! Juhu, immerhin schon Baden-Württemberg war mein Gedanke, der mich immer wieder motivierte, alles für das heutige Ziel zu tun. Da es den ganzen Tag über extrem heiß war, freute ich mich über jeden Brunnen oder kleinen Bach, wo ich mich abkühlen konnte. Nach Mittagessen und 1 stündigem Mittagsschlaf ging es dann am Nachmittag bei über 30 Grad durch den Pfälzer Wald weiter in Richtung Karlsruhe. Nachdem wir dort um 19:30 angekommen waren gab es nur noch eines: Duschen (Wassertank war aufgefüllt und das Wasser geheizt), Abendessen (Pizza) und dann ab ins Bett. Mittwoch war von Anfang an als der wildeste und weiteste Tag geplant!

Um 5 Uhr früh klingelte der Wecker, ich war mich in mein Laufoutfit und frühstückte. Nachdem die Pausen und Treffpunkte mit Raphael geplant waren, ging es um 6 Uhr los auf den verrücktesten Lauftag meines Lebens! Das Weiteste, was ich an einem Tag gelaufen bin, waren die 85 km vom Vortag, aber das toppte ich am Mittwoch: Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten lief es wie von alleine! Nach ein paar kurzen Pausen und 90 zurückgelegten Tageskilometern war die Frage: aufhören für den heutigen Tag, auf einem Platz ohne Strom, Wasser usw. übernachten, oder nochmal weiterlaufen, um einen guten Platz mit allem zu bekommen? Nach kurzer Rücksprache mit meinem Team war klar: Es geht weiter! Das Ziel war Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) in Baden-Württemberg. Nach 13 Stunden laufen und 120 (!!!!!) zurückgelegten Kilometern kam ich um 19 Uhr dort an. Fertig, kaputt, aber stolz! Somit war ich bereits nach 2 Tagen viel weiter als geplant. Das neue Ziel war es, bereits am Samstag bei meiner Familie in Putzbrunn zu sein. Das coolste an unserem Platz war: direkt neben dem Wohnmobilparkplatz (MIT STROM!) gab es ein Schwimmbad mit Sauna usw., was ich auch sofort in Anspruch nahm. Um 21 Uhr verließ ich die Sauna wieder und wollte eigentlich Europaleague Finale anschauen. Ich schlief aber direkt ein! 🙂

Als am Donnerstag der Wecker klingelte, merkte ich die enorme Belastung der letzten Tage: Die Beine waren schwer wie Blei und ich kam nur schwer aus dem Bett, aber es half nicht’s: Frühstücken und weiter geht’s! Ich begab mich gegen 7 Uhr in meine Laufschuhe und lief los. Die ersten 15 Kilometer waren richtig hart. Es war heiß und die Beine waren platt. Aber was war die Alternative zu laufen: zurücklaufen? Aufgeben? NEIN! Weiter ging’s, mit dem Ziel vor Augen: Aalen! Nach 45 km in fast 5 Stunden kam ich endlich am Stadion des VfR Aalen an, wo der Pressesprecher des VfR bereits auf uns wartete. Nachdem ich Zuwachs zu meiner recht üppigen Trikotsammlung bekam, wurden ein paar Fotos geschossen, bevor es auf die letzte Etappe ging: Dillingen an der Donau! Ja, genau! BAYERN! Es ging nach Bayern. Auch wenn es immerhin 50 km von Aalen aus nach Dillingen waren, war ich durch das Ziel, bereits in Bayern zu schlafen, total beflügelt und lief. Trotz der Hitze und fehlendem Schatten lief es jetzt viel besser als noch auf der ersten Tagesetappe. Um ca. 20 Uhr erreichten wir den Campingplatz. Mit richtigen Duschen, warmen Wasser und einem Biergarten, wo es zum Abendessen ein richtig schönes großes Schnitzel gab. Dann, gegen 22 Uhr fiel ich einfach nur tot in mein Bett und freute mich bereits auf den nächsten Tag.

Am Freitag ging es dann direkt weiter: Ziel war Fürstenfeldbruck! Und los ging’s: Die Beine wurden immer schwerer, zwischenzeitlich hatte ich auch keine Lust mehr. Aber aufgeben war keine Option. Es ging Kilometer für Kilometer weiter. Nach etwa 40 Kilometer ging es durch Augsburg. Als Kind haben meine Eltern auf der Heimfahrt aus dem Saarland immer gesagt „Ist nicht mehr weit“ – stimmt, dachte ich mir. Nach einer Pause mit schönem Mittagsschlaf ging es dann weiter. Raphael hatte es leider erwischt, er hatte eine ordentliche Grippe am Start. Er fuhr das Wohnmobil noch zum Stellplatz nach Fürstenfeldbruck und wurde dort dann abgeholt. Werner, der mich während er ganzen Tour mit dem Rad begleitete, war also der einzige, der meine teils miese Laune aushalten musste 😀 Wir kamen dem Tagesziel Fürstenfeldbruck immer näher. Dann, etwa 5 km vor dem Ziel rief mich meine Frau an und fragte, ob sie mich mit unserer kleinen Tochter Josephine besuchen kommen soll. Das freute mich so, dass die letzten Kilometer wie im Flug vergingen. Dann, am Stellplatz angekommen, machte ich mich frisch und freute mich dann wie ein Schneekönig, als ich meine beiden Mädls in den Arm nehmen konnte. Meine große Tochter war an dem Tag bei ihrem besten Freund, deswegen planten meine Frau und ich sie zu überraschen. Sie ging nämlich davon aus, dass sie mich erst am Sonntag im Stadion sieht. Nachdem meine beiden Mädls dann heimfuhren, ruhte ich mich eine Runde aus und schaute mir dann noch Regensburg – 1860 an. Für wen ich war ist ja wohl klar 🙂 Abends, nach dem Spiel, gab es dann noch eine Pizza, bevor ich um 22 Uhr in einen komaähnlichen Schlaf fiel.

Am Samstag, wie immer heiß, klingelte bereits um 6 der Wecker, damit ich pünktlich um 7 loslaufen kann. Die ersten Schritte waren übel, richtig übel. Aber irgendwie ging’s dann doch. Es ging dann mitten durch die Stadt. Hauptbahnhof, Stachus, Marienplatz und dann straight nach Hause. Putzbrunn! Ich hatte mittlerweile richtige Krämpfe, was aber nach 500 km laufen auch normal ist – glaube ich 😀 Dann, pünktlich um 12 Uhr schloss ich die Wohnung auf und freute mich, meine große Tochter zu überraschen. Nachdem die beiden Mädls dann geschlafen haben, fuhr ich mit einen Nachbarn zurück nach Fürstenfeldbruck, um das Wohnmobil wieder zu holen. Dann, am Abend gab es ein schönes Abendessen zu viert. Das Pokalfinale lief so nebenbei und lief komplett an mir vorbei! Zu groß war die Vorfreude auf den nächsten Tag!

Sonntag, 28.05.2017! Der Tag, auf den ich mich seit Monaten freue! Aufstiegsrelegationsspiel, zu Hause, in Haching, in meinem Wohnzimmer! Meine letzte Etappe führte mich von Putzbrunn nach Unterhaching! Ich lief um 12 Uhr daheim los, damit ich schön frühzeitig am Stadion bin. Da ich aber natürlich nicht eine Stunde vor dem Spiel einlaufen wollte, machte ich vorher noch eine Pause bei meinen Eltern, die 1 1/2 km vom Stadion entfernt wohnen. Also, die letzten 1500 Meter nochmal Gas geben. Im Sportpark angekommen war das Bustor bereits offen. Ich lief hindurch und wartete dann noch kurz, bis der Stadionsprecher mich ankündigte. Als dann der Applaus losging wusste ich: So, JETZT ist der Moment gekommen, auf den du seit Monaten hingearbeitet hast. Ich lief dann auf den heiligen Rasen des Stadions und hatte brutale Gänsehaut! Danke nochmal an alle Fans für den geilen Empfang!! Nach einem kurzen Interview mit dem Stadionsprecher auf dem Platz ging es dann ab in die Katakomben zum Duschen! Expressduschen besser gesagt! Es war bereits 13:50, also 10 Minuten vor Anstoß! Trotzdem saß ich dann pünktlich um 14 Uhr neben meiner Frau und den Kids im Stadion. Mit Sonnenbrand, krampfenden Beinen, tot, aber glücklich und stolz.

Ob es nochmal so eine verrückte Aktion von mir gibt weiß ich nicht. Aber meine Freunde und Familie trauen mir alles zu! 🙂

Meine Bitte an Euch: Unterstützt weiterhin die Spendenaktion: www.kinderhospiz-muenchen.de/tomlaeuft

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